Bildung als Garant für Freiheit

Peter Heintel, viele Jahre lang Professor und Gruppendynamiker an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, sprach in Fresach über die Für und Wider der Freiheit. Die Freiheit habe sich im Laufe der Jahrhunderte aus Abhängigkeiten heraus entwickelt. Sie sei deshalb mit positiven Gefühlen verbunden und werde als Instrument der Selbstermächtigung angesehen. In autoritären Systemen und Diktaturen wird sie eingeschränkt und verhindert, während sie in den Demokratien oft missbraucht und exzessiv ausgenutzt wird. Beispiele dafür sind der arglose Umgang mit der Umwelt oder die Liberalisierung des Finanzkapitalismus.

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Damit Freiheit verantwortungsvoll genutzt werden kann, braucht es Bildung, um zu wissen, was Freiheit eigentlich ist, betonte der Philosoph in einem launigen Gespräch mit ORF-Korrespondentin Sonja Sagmeister. In unserer „Multioptionsgesellschaft“ besteht Freiheit in erster Linie aus der Summe der vorhandenen Möglichkeiten. Jede Entscheidung für etwas ist gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen etwas Anderes. Somit hat Freiheit einen ausschließenden Charakter.

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Und gerade weil sich die Freiheit dadurch selbst einschränkt, ist es elementar, dass sie wieder zu sich selbst zurückfinden kann. Wenn dies nicht gelingt, entstehen Sachzwänge, die im kollektiven Verlust von Freiheit münden. Zu beobachten sei das etwa bei der zunehmenden Unsteuerbarkeit der Globalisierung oder der überbordenden Bürokratisierung in den europäischen Demokratien. Die damit verbundene Ohnmacht ist eine von vielen Formen einer diffusen Angst. Sie ist der Preis, den wir für unsere Freiheit bezahlen. (sk)

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