Fairness – Die neue Globalisierung

Wie halten wir es mit Toleranz in Zeiten der Pandemie?


Sinn und Relevanz … ja „Toleranz in Zeiten der Pandemie“ waren die Stichworte, mit denen wir in die Vorbereitungen zu den Europäischen Toleranzgesprächen 2021 gingen. Mehr denn je geht es jetzt um die Frage, was wirklich wichtig ist. Die Folgen der Pandemie reichen weit über die körperliche Unversehrtheit und Gesundheit vor allem älterer Menschen hinaus, betreffen Wirtschaft, Kultur und Sport gleichermaßen. Was ist zu tun, damit unser gesellschaftliches Gefüge weiterhin funktioniert?

Spätestens seit uns das Virus weltweit in Atem hält, sind Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität und Nächstenliebe, Respekt und Wertschätzung wieder in aller Munde – und Toleranz und Akzeptanz erneut auf die Probe gestellt. Die zentrale Frage, was ist gerecht, beschäftigt Politik und Philosophie seit Menschengedenken und jeden Schüler, wenn er benotet wird. Fairness hingegen enthält eine Vorstellung von Gerechtigkeit, ohne bereits als Begriff zu politisieren. Und Fairness wird es gerade dann brauchen, wenn unsere Gesellschaft einen wertebasierten und auf Toleranz beruhenden Weg in ein neues Zeitalter finden will.

Fairness als Idee von der künftigen Welt und als Prinzip des Zusammenlebens hat ein geistiges Fundament und eignet sich vortrefflich, um eine andere, neue Globalisierung zu fordern. Fairness ist auch notwendig, um herauszufinden, welche Formen der sogenannten Normalität wir wollen und als Menschheit brauchen, und welche nicht mehr. Wir können das Rad nicht zurückdrehen, aber aus Fehlern lernen – wenn wir alle Beteiligten und Betroffenen gleichermaßen ins Boot holen. Die 7. Europäischen Toleranzgespräche sind dem Thema „Fairness“ gewidmet, weil wir überzeugt sind, dass diesem Schlüsselbegriff künftig noch mehr Bedeutung zukommt.

Die heurigen Toleranzgespräche finden wieder in der Pfingstwoche statt – vom 19. bis 22. Mai 2021 – der erste Teil davon in der Fachhochschule Villach – das Schülerforum am Mittwoch 19. Mai vormittag und das Tourismusforum diesmal ganztägig. Dafür ein aufrichtiges Danke an die Mitveranstalter und Partner von der FH Kärnten und der Tourismuszukunft.de. Beide Veranstaltungen werden sich der Frage „Fairness“ – und wie wir sie neu denken müssen, widmen.

Das Generalthema „Fairness – Die neue Globalisierung“ wird im Toleranzmuseum Fresach mit Referaten, Diskussionen und Panels gründlich durchleuchtet. Das Europaforum am 20. Mai wird über die sprachlichen, aber auch politischen Hürden zu mehr Fairness diskutieren und über deren heutiges Verständnis in Bibel, Tora und Koran aufklären. Die Vergabe des Europäischen Toleranzpreises 2021, Lesungen und Kuchl-Kamin-Gesprächen in Privathäusern runden den zweiten Tag ab.

Im Wirtschaftsforum am Freitag 21. Mai geht es um die „Fairness-Formel“ und wie man Gerechtigkeit mathematisch ermitteln könnte, wie man sozial gerecht wird und wie gerecht Globalisierung überhaupt möglich ist. Der Nachmittag ist dem Komplex „Fair Business“ gewidmet und wie man die Zukunft anders denken könnte (und sollte). Der Weg der Globalisierung über digitale Dörfer scheint vorgezeichnet, sagt zumindest der Globalisierungsphilosoph Franz Nahrada.

Der Abend steht wieder im Zeichen des traditionellen Poetry Slams, diesmal unter dem Motto „Fix und Fairtig! Wozu noch Fairness?“  und das Toleranzfrühstück (Dichterforum) am Samstag 22. Mai bietet nochmals Gelegenheit, mit den anwesenden Autoren Meinungen auszutauschen. Die Veranstalter freuen sich über rege Teilnahme. Tickets können schon jetzt geordert werden. (ws)

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